Termine im raumwerk

Mehrmals im Jahr finden im raumwerk Ausstellungen mit Künstlern, Kunsthandwerkern und Designern statt.
Daneben öffnen wir unsere Räume für Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen.


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in unserem Kunststück

 

raumwerk #14

Ausstellung

Helen Britton – Horses and the Sky at Night
Neue Arbeiten : Schmuck | Malerei | Skulptur
 

Ausstellungsdauer 
9. März bis 23. April 2022 

Eröffnung 
Termin: Mittwoch 9.03.2022 12–19 Uhr
Einführung: 18 Uhr: Julie Metzdorf, Kulturjournalistin beim BR  
Es gelten die aktuellen Regelungen zur Covid-19-Pandemie.
Ort: raumwerk – Concept Store und Galerie | Schwanthalerstraße 125 | 80339 München

Sonderöffnungszeiten 9.13. März
( ursprünglicher Termin von Schmuck + Munich Jewellery Week )
Mittwoch – Freitag 12 –19 Uhr, Samstag 10 –14 Uhr, Sonntag 10 –14 Uhr

Das raumwerk im Münchener Westend zeigt die unter dem Eindruck der Pandemie entstandene Werkgruppe »Horses and the Sky at Night«. Kraftvoll und funkelnd zeugen die Kunstwerke von den Gefühlen und Umständen dieser für uns alle herausfordernden Zeit.

Es kommt selten vor, dass Helen Britton ihren Werken Worte voranstellt. Die Gruppe von Arbeiten – Schmuck, Malerei und Skulptur – mit dem Titel »Horses and the Sky at Night«, hat jedoch eine ganz besondere Entstehungsgeschichte, die Britton so erläutert: »In einer Zeit der Trauer um Verlorenes war es diese innere Welt der kraftvollen Bilder, die mir Trost spendete. Ich arbeitete in meinem Kelleratelier, ohne Blick auf den Himmel, in einem Land, das nicht meine ursprüngliche Heimat ist. Während ich mich nach der Freiheit sehnte, die ich einmal hatte, sind diese Arbeiten aus einem Rückzug in die Freiheit der Kunst entstanden, als sich die Türen zu dem Leben, das ich gewohnt war, schlossen.«

Sie konzentrierte sich auf Dinge, die ihre Vorstellungskraft beflügeln: das Pferd als Symbol für den ungezähmten Geist und den geheimnisvollen, dunklen Nachthimmel, übersät mit funkelnden Sternen, die für etwas Größeres und Fesselndes stehen. 

Britton bearbeitete das Thema mit demselben Impetus über verschiedene Medien hinweg: Es entstanden Gemälde – dreidimensionale Objekte mit energischem Pinselduktus, mit Farbe auch auf dem Rahmen und dem Glas. Es entstanden Skulpturen, darunter ein Pferd aus Zement, massiv und archaisch, das Blätter und Sternenlicht auf seinem breiten Rücken sammelt. Es entstanden Schmuckstücke, kunstvolle Anhänger aus Galalith, Pferde – scheinbar den Bildern entsprungen – , Broschen – wiederum Pferde – mit haufenartig angeordneten Steinen. »Sind das Wolken oder eine Last, wie das Gewicht des Wissens?«, fragt sie. Außerdem ein silbernes Pferd, das ein grünes Blatt in sich trägt, vielleicht Hoffnung? Die Werke sind Zeugen der Zeit
der Pandemie, »die Gefühlszustände widerspiegeln und den Wunsch ausdrücken, ungestüm zu rennen, das ungezähmte Tier am Himmel zu sein: frei!«

Helen Britton wurde 1966 in Australien geboren und lebt und arbeitet seit über 20 Jahren in München. Unter normalen Umständen ist sie in der ganzen Welt unterwegs, als Gastdozentin, bei Ausstellungen und immer wieder in ihrer Heimat, Australien. Mit den ebenfalls international renommierten Künstlern David Bielander und Yutaca Minegishi teilt sie in München ein Atelier. In der Ausstellung »Horses and the Sky at Night«
zeigt Helen Britton die gesamte Bandbreite ihres Schaffens: Schmuck, Malerei, Skulptur. 

Die Ausstellung bildet den Auftakt zur in diesem Jahr von Helen Britton kuratierten »Schmuck«, der
Sonderschau der Internationalen Handwerksmesse. Diese Veranstaltung wurde pandemiebedingt von März
auf Juli verschoben.

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artist’s statement 

Horses and the Sky at Night

It is rare that I start with words, but this small group of new works came from a title determined well over one year ago as a way of providing myself space to explore and create under increasingly challenging circumstances. My focus turned inward to elements that inspire my imagination, the horse a symbol of the untamed mind and the night sky, its mysterious darkness sprinkled with stars, that in themselves speak of something vast and compelling. In this time of grieving for that which is lost, it is this inner world of forceful imagery that brings solace, in my cellar studio, in a foreign land with no glimpse of the sky as I work.  Whilst longing for the liberty I once had, these works have come out of a retreat into the freedom of art when the doors closed on the life I knew. 

The energy of this time, flowing around and through me comes from a greater series of events in which I am inconsequential, like a drop of rain on the coat of a galloping horse. I attempt to find a hold through these direct images, these skies and animals in motion contrasting the static atmosphere of the cyclical lockdowns and restrictions. To think about the great rhythms of the universe, to expand beyond the grief of this moment and connect to something distant from me through my art is a saving grace. I retreat further into my work and practice stabilises the possibility to retain dignity in the face of adversity.

The paintings are formed with direct and gestural marks, using a big brush to push the paint along or lay it down in energetic flicks like tails of creatures. There is a cement horse, solid and archaic, collecting leaves and starlight on its broad back, a silver horse bearing a green leaf, perhaps hope. Paint, the most spontaneous way to describe dreams and memories, sidles up to other materials, silver, glass, gold, galaith, rusty steel. There are horses that are brooches, with piles of stones. Are these clouds, or a burden, like the weight of knowledge? The horse becomes an element of weather, out of control, enraged or omnipotent, heavy rain. Others have galloped of the surface and hang as pendants in their own space, free to make their amuletic way in the world on their human companion. The paintings, sculpture and jewellery here are one thing, without hierarchy, without concern for convention, created with the same gesture and thought across diverse media. These works are messengers of this time, recognising the reality of our plight, the desire to run, to be that animal free
in the sky.

Helen Britton, February 2022


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